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ROI-Migration-Rechner: lohnt der Cloud-Switch wirklich?

Break-Even-Monate, monatliche Ersparnis, 5-Jahres-Net-Savings. Mit ehrlichem Risk-Disclaimer und Engineering-Aufwand realistisch modelliert.

3 Source-Clouds·5 Target-Clouds·15 Cloud-Paare·Stand 14.05.2026
live

Break-Even nach

10.4 Monaten

Ab dann sparst du 5.600 €/Monat netto

5-Jahre Netto-Ersparnis: 278.000

Use-Case

8k€/Mo
2.4k€/Mo

70% Ersparnis (pre-filled fuer aws→ovh)

400h
120€/h
8h
1k€/h
2k

Initialer Migrations-Cost

Engineering

48.000 €

400 h × 120 €

Down-Time

8.000 €

8 h × 1.000 €/h

Tools

2.000 €

einmalig

Summe

58.000

Monatliche Ersparnis

5.600 €

Break-Even

10.4 Mo

5y Netto

278.000 €

Kumulative Kosten · 60 Monate

Bleiben Migration
Break-Even
Monat 01224364860

Solider Case. Break-Even unter 18 Monaten ist die klassische „mach es"-Zone. Ueber 18 Monate steigt das Risiko, dass der Stack sich aendert, bevor sich die Migration amortisiert.

Schaetzwerte Mai 2026 · Default-Savings je Cloud-Paar vorbelegt · Ersparnis ohne Versteckte Kosten (IAM-Migration, Re-Audits)Stand 14.05.2026

Migrations-Aufwand realistisch einschaetzen

Die haeufigste Fehlannahme bei Cloud-Migrations ist: „Wir heben die Maschinen einfach rueber, die App ist ja portabel." In Wirklichkeit ist die App nur ein Teil des Stacks. Drum herum haengen Dutzende von Komponenten, die alle migriert oder neu gebaut werden muessen — und genau diese Komponenten sind, wo der unterschaetzte Aufwand sitzt.

Eine typische AWS-Migration eines mittleren SaaS-Stacks (8.000 Euro monatliche Cloud-Bill) braucht in der Praxis zwischen 300 und 600 Engineering-Stunden. Was ist da drin?

  • Compute & Datenbank (rund 30%). EC2 nach Hetzner, RDS nach Managed-Postgres umziehen, App-Deployment-Pipelines umkonfigurieren. Das ist der offensichtliche Teil und wird oft fast richtig geschaetzt.
  • IAM und Secrets (rund 15%). AWS IAM-Rollen sind tief in der App verdrahtet — IRSA fuer EKS, IAM-Auth fuer RDS, Cross-Account-Roles. Bei Hetzner oder anderen Anbietern brauchst du eine eigene Service-Account-Strategie. Plus: Secrets-Migration, Rotation, Audit-Trail neu aufsetzen.
  • Monitoring und Logging (rund 20%). CloudWatch raus, Grafana / Loki / Mimir oder Datadog rein. Alerts neu definieren, Dashboards portieren, Log-Pipelines umkonfigurieren. SLO- Definitionen pruefen ob die alten Metriken im neuen Setup gleich messen.
  • Networking und CDN (rund 10%). VPC-Setup neu denken, Cloudflare oder anderen CDN davorhaengen, DNS-Switches orchestrieren ohne Downtime, eventuelle WAF-Rules portieren.
  • Backup und Disaster-Recovery (rund 10%). S3- Backup-Pipeline → neue Storage-Backend. RTO/RPO-Tests im neuen Provider erneut durchfuehren. Restore-Documentation aktualisieren.
  • Compliance und Audit (rund 10%). Re-Audit fuer SOC2 oder ISO27001, neue DPA-Vertraege, Sub-Processor-Liste anpassen, Datenfluss-Diagramm fuer GDPR-Auskunfts-Pflicht aktualisieren.
  • Tooling und CI/CD (rund 5%). Build-Server- Credentials, GitHub-Actions-Secrets, Image-Registry-Migration, GitOps-Repos umkonfigurieren.

Wenn du jetzt zu deinem ersten Schaetzwert kommst und nur die Compute-Migration berechnet hast, multipliziere mit 3. So realistisch ist die Wahrheit.

Versteckte Migrationskosten

Ueber den reinen Engineering-Aufwand hinaus gibt es eine Reihe Kosten, die oft erst im Migrations-Quartal sichtbar werden:

Doppelbetrieb-Phase. Du kannst nicht von einem Tag auf den anderen die ganze Plattform umschalten. Realistisch laeufst du zwischen 4 und 12 Wochen parallel — zwei Cloud-Bills statt einem. Bei einem 8.000-Euro-AWS-Bill und einem 2.000-Euro-Hetzner- Bill sind das 10.000 Euro im Monat statt eines, fuer 2-3 Monate. Das sind 24.000 Euro zusaetzlich.

Reserved-Instance-Stranded-Cost. Wenn du bei AWS ein 1-Jahres- oder 3-Jahres-Reserved-Commitment hast und mittendrin migrierst, zahlst du den Reserved-Tarif weiter, auch wenn du nichts mehr nutzt. AWS hat einen Marketplace fuer Resale, aber die Liquid ist gering. Plane 50-80% Verlust auf gestrandete Reserveds ein.

Re-Audit. Wenn du SOC2 Type 2 hast, ist der Provider- Change ein „Material Change" im Audit-Scope. Dein Auditor will neue Penetration-Tests, neue System-Description, neue Sub-Processor- Kommunikation an Kunden. Konservativ: 10-30k Euro extern.

Compliance-Kommunikation. Wenn du Enterprise-Kunden mit DPA-Klauseln hast, musst du jeden einzeln informieren und ihm (oft) ein Veto-Recht einraeumen. Das ist nicht Engineering, aber kostet Sales- und Legal-Stunden. Bei 50 Enterprise-Kunden: ca. 80h.

Onboarding-Time im neuen Provider. Hetzner ist schlanker als AWS, aber dein Team muss erst die Eigenheiten lernen — wie Volume-Snapshots gemacht werden, wie das Floating-IP-Konzept funktioniert, was das Konsolen-Setup ist. Plane 1-2 Wochen Pro- duktivitaets-Dip nach Cutover.

Wann lohnt es nicht? Drei harte Stop-Signale

Nicht jede mathematisch positive Migration ist auch eine gute Idee. Drei Konstellationen, in denen du trotz positivem Break-Even die Finger weg lassen solltest:

Stop-Signal 1: Aktueller Bill unter 2.000 Euro pro Monat. Der Engineering-Aufwand fuer eine ernste Migration liegt unter jeder vernuenftigen Schaetzung bei 12.000 Euro (120h × 100€/h). Selbst bei 70% Cost-Save sparst du nur 1.400 Euro im Monat — der Break-Even ist bei 8.5 Monaten, was Okay klingt, aber: kleine Stacks haben weniger Stabilitaet, die Migration ist riskanter relativ zum Pay-Off. Bleib bei AWS, optimiere dort.

Stop-Signal 2: Funding-Event in den naechsten 12 Monaten. Wenn du in einer Wachstumsphase bist und Geld einsammelst, ist die Frage nicht „koennen wir migrieren", sondern „koennen wir uns leisten, das Engineering-Team von Feature- Work abzuziehen". Investoren wollen Wachstum sehen, kein DevOps-Refactor. Selbst bei guter ROI: oft die falsche Prioritaet.

Stop-Signal 3: Engineering-Aufwand > 800h bei Ersparnis < 70%. Hier kippst du in eine Risiko-Zone, wo Stack-Drift (deine App entwickelt sich weiter, was du heute migrierst ist morgen anders) den Pay-Off auffressen kann. Ueber 18 Monate Migrations-Dauer ist das Risiko zu hoch.

Engineer-Stundensatz: opportunity cost

Der gefaehrlichste Fehler in dieser Rechnung ist, deinen internen Engineer-Stundensatz mit Gehalt-durch-Stunden zu berechnen. Ein Senior-Backend-Engineer mit 90.000 Euro Brutto-Jahresgehalt kostet dich auf dem Papier ca. 50 Euro pro Stunde (160h/Monat × 12).

Aber: die echte Opportunitaets-Kosten sind viel hoeher. Wenn dein Senior 400h migriert statt Features baut, faellt eine messbare Anzahl an Customer-Wert-Auslieferungen aus. Bei einem Mid-Market- SaaS, der pro Senior-Engineer ca. 5x sein Gehalt an ARR generiert, ist die echte „Cost-per-Hour" eher Faktor 1.5-2x.

Praktische Faustregel:

  • Junior-Engineer: 60-80 Euro pro Stunde
  • Mid-Level: 100-130 Euro pro Stunde
  • Senior / Staff: 130-180 Euro pro Stunde
  • External Consultant (Migrations-Specialist): 150-300 Euro pro Stunde

Was diese Rechnung NICHT zeigt

  • Steigender Cloud-Bill ueber Zeit. Dein AWS-Bill wird in 12 Monaten wahrscheinlich 20-40% hoeher sein, einfach durch Wachstum. Die Hetzner-Rechnung skaliert linearer. Die echte 5-Year-Ersparnis ist oft hoeher als die statische Rechnung.
  • Compliance-Pflichten als Pflicht-Migration. Wenn DSGVO oder Sektoren-Regulierung dich zur EU-Migration zwingt, ist die ROI-Frage akademisch.
  • Performance-Trade-offs. Hetzner hat in Deutschland top-Performance, aber globale Latenz-Profile sind anders als bei AWS CloudFront.
  • Team-Morale. Migrations sind oft monatelange On-Call-Hellen mit Frust.

Haeufige Fragen

Was uebersteigt 'Engineering-Aufwand' typisch in der Schaetzung?

Die meisten Teams unterschaetzen Migration-Engineering um Faktor 2-3. Was du auf den ersten Blick siehst (Server umziehen, Datenbank dumpen, DNS umstellen) sind 30% des Aufwands. Der Rest: IAM-Mapping-Logik, Monitoring-Re-Wire, Logging-Stack-Migration, Secrets-Rotation, Compliance-Re-Audit, Backup-Tooling-Anpassung, On-Call-Runbook-Updates. Plane 2x deinen ersten Bauchgefuehl-Wert ein.

Wann lohnt es nicht? Drei harte Stop-Signale

Erstens: Wenn dein Engineering-Aufwand > 800h aber Ersparnis < 70% liegt, kippst du in eine Zone wo Stack-Drift schneller passiert als der Pay-Off ankommt. Zweitens: Wenn der aktuelle Cloud-Bill < 2.000 Euro/Mo betraegt — der Engineering-Aufwand ueberwiegt fast immer. Drittens: Wenn du in den naechsten 12 Monaten ein Funding-Event hast und das Engineering-Team auf Features fokussieren sollte.

Engineer-Stundensatz: opportunity cost richtig einschaetzen

Internal-Engineering-Cost ist nicht nur das Gehalt geteilt durch 160h. Du musst Feature-Velocity-Verlust einrechnen: wenn dein Senior-Backend-Engineer 400h migriert statt Features baut, ist die echte Cost = Gehalt + entgangene Customer-Wert. Konservative Faustregel: nimm 1.5x deinen internen Hourly. Bei externen Consultants ist die Rate direkt.

Was bedeutet 'Cross-AWS-Region' Migration?

Manche Migrations sind nur regionaler Natur: us-east-1 nach eu-central-1 wegen DSGVO. Hier sparst du KEIN signifikantes Geld — meist 10-20% durch Region-Pricing-Differenzen. Aber: Compliance-Pflicht oder Latenz-Anforderung kann trotzdem den Move zwingen. Rechner zeigt die echte Bilanz, ohne Compliance-Pflicht zu modellieren.

Versteckte Kosten, die ich vergesse

Re-Audit fuer SOC2/ISO27001 nach Provider-Change (10-30k Euro extern), Compliance-Beratung fuer DSGVO-Cross-Border (5-15k), Reserved-Instance-Stranded-Cost bei AWS (wenn du noch 6 Monate Reserved-Commitment hast), Tooling-License-Migration (Datadog, Snowflake, GitHub-Enterprise an neuen Cloud anbinden), Disaster-Recovery-Re-Build im neuen Provider. Plane 10-15% des Engineering-Aufwands als Buffer ein.

Cloudflare-Egress-Save — wann sinnvoll?

Wenn dein AWS-Bill stark Egress-getrieben ist (Streaming, Static-Assets, API mit JSON-Responses), und das Egress-zu-Compute-Ratio bei 1:1 oder hoeher liegt, ist Cloudflare R2 + Cloudflare Workers oft 50-70% billiger. Migration: 40-100h Engineering, weil S3-API-kompatibel. ABER: Wenn du primaer Compute-heavy bist (Datenbanken, Background-Jobs), bringt Cloudflare wenig — bleib bei AWS oder geh zu Hetzner.

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