Rechner · Compute
K8s-Cluster-Rechner: EKS vs AKS vs GKE vs Hetzner
Control-Plane + Worker-Nodes + Load-Balancer in einer Zahl. Mit ehrlichem Self-Managed-Caveat für Hetzner K3s.
Bei diesem Cluster sparst du
3.504 €
pro Jahr — Wechsel von AWS EKS zu Hetzner K3s (Self-Managed) · 66% weniger
Use-Case
Worker-Spread + ggf. Premium-Control-Plane
Self-Managed Add-Ons
+ ~5 h/Mo Ops-Aufwand (Upgrades, Patches, Recovery)
12+ Managed-Add-Ons
28+ Managed-Add-Ons
Zonal-Cluster: Control-Plane gratis
25+ Managed-Add-Ons
28+ Managed-Add-Ons
30+ Managed-Add-Ons
Monatliche Kosten im Vergleich
€ pro Monat
Control-Plane-Fee — EKS ist die einzige Ausnahme
Bei Kubernetes-Pricing gibt es eine Konstante, die fast alle anderen Faktoren überlagert: Die Frage, ob du Control-Plane bezahlst oder nicht. AWS EKS verlangt 0,10 USD pro Stunde, was über einen Monat auf knapp 73 USD landet — egal wie klein dein Cluster ist. Wenn du einen 1-Node-Sandbox auf EKS laufen lässt, zahlst du 73 USD an Amazon, bevor irgendein Compute startet.
Azure AKS hat 2019 das Spiel gebrochen: Der Standard-Tier ist gratis, ohne SLA. Wenn du 99,95 % Uptime garantiert bekommen willst, zahlst du für den Premium-Tier dieselben 0,10 USD/h wie bei EKS — aber das ist opt-in. GCP GKE liegt dazwischen: 0,10 USD/h Standard, ein Free-Zonal- Cluster pro Billing-Account. Wenn du nur einen einzigen Cluster betreibst und Zonal-Reichweite reicht, fährst du auf GCP Standard kostenlos in der Control-Plane.
DigitalOcean Kubernetes (DOKS) hat keinerlei Control-Plane-Fee, dafür gibt es einen optionalen HA-Plane-Aufpreis von 40 USD/Mo, wenn du redundante Master-Nodes haben willst. Hetzner schliesslich: kein Control-Plane, weil es kein Managed-Service ist. Du betreibst K3s oder k0s auf deinen eigenen Hetzner-VMs.
Self-Managed K3s auf Hetzner — was du wirklich sparst (und kostest)
Wenn du einen 5-Node-Cluster mit 8 vCPU und 32 GB pro Node baust, sieht die Rechnung typischerweise so aus: EKS landet bei ~1.500 USD im Monat, GKE bei ~1.200, DOKS bei ~900, Hetzner K3s bei ~250. Das ist eine Differenz von 1.000 bis 1.250 USD im Monat — oder 12.000-15.000 USD im Jahr. Auf den ersten Blick ein No-Brainer.
Der zweite Blick ist ehrlicher. Du gibst nicht nur ein paar Euro im Monat aus, du tauschst es gegen Arbeitsstunden. Realistische Aufwände:
- Initial-Setup: 8-16 Stunden. Cluster mit
k3supoder Cluster API hochziehen, Cilium oder Calico als CNI, MetalLB für LoadBalancer, Cert-Manager für TLS, Backup-Strategie (Velero auf S3-kompatiblem Storage). - Upgrades: 2-4 Stunden alle 3 Monate, wenn K3s eine neue Minor-Version macht. Bei EKS macht AWS das für dich — du klickst auf einen Knopf und wartest.
- Routine-Wartung: 1-2 Stunden pro Monat für etcd- Snapshots prüfen, Node-OS-Patches, Disk-Usage-Monitoring, Logs durchschauen.
- Notfall: 4-8 Stunden, wenn etwas wirklich kaputt geht. Etcd-Korruption, Node-Ausfall mit gleichzeitiger Workload- Migration, Cluster-API-Verlust durch falsche Kubelet-Config. Passiert bei gut konfigurierten Setups vielleicht 1-2x pro Jahr.
Bei einer Senior-DevOps-Stundenrate von 100 € intern oder 150 € extern heisst das: Hetzner K3s kostet dich realistisch zusätzlich 500-1.000 € an Ops-Stunden pro Monat. Wenn deine Ersparnis 1.000-1.200 € sind, bleibt eine echte Differenz von 200-500 € — und du trägst dafür das volle Operational-Risiko. Wenn du diese Stunden eh hast (Solo-Founder, Engineering-First-Team), lohnt es sich. Wenn dein Team Platform- Engineering aktiv vermeidet, nimm Managed.
Autopilot vs Standard auf GKE
GCP hat 2021 GKE Autopilot eingeführt, das im Wesentlichen die Idee von Fargate-für-K8s umsetzt: Du gibst Google deine Pod-Specs, Google managed die Nodes komplett. Du siehst keine Nodes, du wählst keine Maschinen- typen — du bezahlst pro Pod-vCPU-Sekunde und Pod-RAM-GB-Sekunde.
Vorteile: Komplett zero-ops für Nodes. Kein Autoscaler-Tuning, keine Node-Selector-Sorgen, keine OS-Patches. Pricing ist transparent: 0,029 USD/vCPU-Stunde, 0,0033 USD/RAM-GB-Stunde, plus 0,10 USD/h Cluster-Fee. Nachteile: Privileged-Pods funktionieren nicht, einige spezielle StorageClasses sind nicht verfügbar, GPU-Support war lange schwach (wird besser).
Wann nimmst du was? Bei stateless Web-Workloads — Autopilot, immer. Bei Postgres im Cluster, ML-Training mit speziellen GPUs, Sidecar- heavy Architekturen — Standard. Faustregel zur Wahl: Wenn du mehr als 5 Stunden pro Monat in Node-Management investierst und es nicht magst, ist Autopilot der bessere Deal — auch wenn der Compute-Stunden- preis pro Pod 30-50 % über GKE-Standard liegt.
Wann Multi-AZ wirklich nötig ist
HA-Mode (Multi-AZ) klingt nach „Industriestandard, immer einschalten" — ist es aber nicht. Multi-AZ bedeutet: Deine Pods verteilen sich über mehrere unabhängige Datacenter innerhalb einer Region, deine Control-Plane hat mehrere Replicas, dein Load Balancer ist cross-zonal. Das verteuert deinen Cluster um 5-15 %. Bei kleinen Setups (1-3 Nodes) sogar mehr, weil du dann oft Mindest-Node-Counts pro AZ einhalten musst.
Wann braucht man HA wirklich? Wenn dein SLA echte Uptime garantiert. Wenn deine Workload Sub-Sekunden-Recovery braucht. Wenn du in einer Branche bist, in der Outages publik werden (FinTech, Healthcare, Public-Facing-SaaS). Wann brauchst du es nicht? B2B-Apps mit Wartungsfenstern, interne Tools, Dev/Staging-Cluster, alle Apps mit asynchroner Retry-Logik.
Wenn du ehrlich bist: Die meisten Outages, die deine User merken, kommen aus deinen eigenen Deployments. Multi-AZ schützt davor null. Erst HA, wenn du wirklich Hardware-Resilienz brauchst — bis dahin spart Single-AZ Geld ohne realistisches Risiko.
Häufige Fragen
Wieso ist EKS der einzige Hyperscaler mit Control-Plane-Fee?
Historisch hat AWS EKS 2018 als 0,20 USD/h gestartet (heute 0,10 USD/h = 73 USD/Mo). Azure AKS hat das Spiel nie mitgemacht — Free für Standard, Premium-SLA gegen Aufpreis. GKE hatte über Jahre Free Zonal Cluster, jetzt 0,10 USD/h für alles ausser einem Free-Cluster pro Billing-Account. Wirtschaftlich erklärt sich das durch AWS' Markt-Dominanz: Sie können den Preis verlangen, weil sie 50%+ Marktanteil haben. Wenn EKS bei dir der Kostentreiber ist, prüf, ob du wirklich EKS brauchst oder ob ECS Fargate reicht.
Hetzner K3s sieht zu billig aus — wo ist der Haken?
Drei Haken. Erstens: Du bist deine eigene Ops-Abteilung. Upgrades von K3s (mindestens 4x pro Jahr), Patches der Node-OS, Backup-Strategie für etcd, Recovery-Tests — alles selbst. Realistisch sind 4-8 Stunden pro Monat. Zweitens: Du hast kein Managed-Add-On-Ecosystem. EKS bringt 30+ AWS-Add-Ons (Load-Balancer-Controller, EBS-CSI, EFS-CSI, AWS-Auth), bei Hetzner musst du jedes davon selbst aufsetzen. Drittens: Multi-AZ ist auf Hetzner relativ — du kannst in Falkenstein und Nürnberg deployen, aber das ist näher beieinander als bei AWS, und SLAs sind anders strukturiert. Für Production-kritische Workloads heisst das: Mehr Risiko bei dir.
Autopilot vs Standard auf GKE — was nehmen?
Autopilot, wenn deine Workload eher CPU-leicht und horizontal-skaliert ist (Webserver, APIs, Background-Worker), und du Lust hast, Pod-Specs bewusst zu setzen. Standard, wenn du speicherintensive Workloads (Postgres, Redis, Elastic), spezielle Hardware (GPUs, ARM) oder Privileged-Pods brauchst. Autopilot ist 30-50 % teurer für gleichwertige Auslastung, aber spart 1-2 Stunden Cluster-Pflege pro Monat. Faustregel: Wenn dein Team kein Platform-Engineer hat, nimm Autopilot.
Wann ist Multi-AZ (HA) wirklich nötig?
Wenn dein Business eine Downtime von >15 Minuten kostet würde — du brauchst HA. Wenn du Sub-99,9 % Uptime-SLA verkaufst, brauchst du HA. Für alles andere (interne Tools, Mid-Market-SaaS mit Wartungsfenstern, B2B-Wochenend-Pausen okay) ist Single-AZ deutlich billiger und in der Praxis fast genauso zuverlässig. AWS hat die Erfahrung, dass die meisten Downtimes nicht durch AZ-Ausfälle entstehen, sondern durch eigene Deployments — und gegen die hilft Multi-AZ nicht. Erst HA-Toggle einschalten, wenn du wirklich deutlich Business-Loss bei Outage hast.
Werden Egress-Kosten und Storage richtig gerechnet?
Nein — der Rechner zeigt Compute + Load-Balancer + Control-Plane. Egress (LB-Outbound, Cross-AZ-Replication) und Persistent Volumes (EBS, Premium SSD, PD-SSD) kommen oben drauf. Faustregel: Storage ca. 10-15 % der Compute-Kosten, Egress je nach Workload. Bei einem 5-Node-Cluster mit aktivem Multi-Region-Replication kann Egress alleine 200-400 USD im Monat ausmachen. Für dafür kommt ein eigener Egress-Rechner — schon live unter /rechner/egress.
Warum Hetzner aber nicht z. B. Civo oder Vultr?
Civo, Vultr und Linode haben ähnliche Managed-K8s-Angebote wie DigitalOcean, sind in der DACH-Region aber weniger relevant — kein eu-central-1-Hosting, schwächere DSGVO-Erfüllung, weniger Beziehung zu deutschen Unternehmen. Wenn du US-only fährst, ist Civo oft die günstigste Alternative zu DOKS. Wenn du irgendwann EU-Compliance brauchst, ist Hetzner einfach unschlagbar — und K3s als Self-Managed-Stack ist ehrlicher kommuniziert als 'Managed' bei den anderen, die in Wirklichkeit auch nur leichtgewichtige Wrapper um Vanilla-K8s sind.
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