AWS Graviton4 ist in Frankfurt GA — was die neue Generation wirklich bringt
AWS hat die Graviton4-Familie (R8g, M8g, C8g) für eu-central-1 freigeschaltet. Bessere Performance pro Euro, aber nicht in jedem Workload.
AWS hat heute die Graviton4-Familie (M8g, C8g, R8g) offiziell in eu-central-1 (Frankfurt) für allgemeine Verfügbarkeit freigeschaltet. Damit ist die vierte Arm-Generation jetzt in der wichtigsten DACH-Region buchbar — bisher gab es Graviton4 nur in us-east-1 und us-west-2.
TL;DR
- Graviton4 ist ab sofort in eu-central-1 GA — vorher seit September 2025 nur in zwei US-Regionen.
- AWS bewirbt bis zu 30 % bessere Compute-Performance und 40 % bessere Performance pro Watt vs Graviton3.
- Preislich liegen M8g/C8g/R8g 5–10 % über ihren Graviton3- Vorgängern, aber 20–25 % unter vergleichbaren x86-Instanzen.
- Neue Generation hat 96 vCPU-Maximum (vs 64 bei Graviton3).
- Workloads, die schon auf Arm liefen, profitieren direkt — Migration ist meist nur ein AMI-Wechsel.
Was wurde geändert
Mit dem GA-Release sind die drei Hauptfamilien sofort buchbar:
- C8g (Compute-optimiert) — bis 96 vCPU, 192 GB RAM
- M8g (General Purpose) — bis 96 vCPU, 384 GB RAM
- R8g (Memory-optimiert) — bis 96 vCPU, 768 GB RAM
Auch der Graviton4-Bare-Metal (M8g.metal-48xl) ist enthalten. Spot-Pricing für Graviton4 wurde laut Release-Notes gleichzeitig in eu-central-1 aktiviert; Saving Plans gelten automatisch, wenn der Compute-Family-Tag generisch ist.
Der eigentliche Sprung gegenüber Graviton3 sind die Neoverse-V2- Kerne, mehr SVE2-Vektor-Breite (256-bit) und doppelte Memory- Bandbreite per Sockel. AWS-eigene Benchmarks zeigen für Nginx, Redis und Spark zwischen 25 und 35 % Throughput-Steigerung.
Was bedeutet das für DACH-Teams
Wer schon Graviton3 in Frankfurt fährt, sollte Graviton4 in der Staging-Pipeline ein Wochenende lang testen — der Wechsel ist in 90 % der Fälle ein reines AMI-Update und bringt sofort 20–25 % mehr Headroom. Lohnt sich besonders bei Web-Frontends, Java-Stacks mit guten Arm-Optimierungen und Datenbank-Replicas.
Vorsicht bei proprietären Native-Binaries (alte Oracle-Clients, Vendor-spezifische Encoder, IBM Db2): die sind in der Praxis oft nicht arm64-tauglich. Auch wenn DevOps-Teams gerne "wir nehmen Graviton" als pauschale Savings-Narrative verkaufen — bei C++- Codebases mit AVX-512-Hot-Paths ist Graviton4 immer noch langsamer als c7i. Vorher messen, nicht raten.
Quelle: AWS What's New
Stand: 14. Mai 2026. AWS aktualisiert Region-Verfügbarkeit laufend — vor Produktivem-Rollout in der AWS Console prüfen.
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